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27.01.2008, 19:32 Uhr
george
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Hypothekenkrise
Meine persönliche Anlagestrategie in dieser Situation lautet:
1. Banken werden ihren Anteil an der Wertschöpfung in den Industrieländern mindestens behalten, wenn nicht mittelfristig ausweiten (wegen zunehmender Zinsmargen), die Frage ist nur, ob es hierzu weiterer Kapitalerhöhungen (=Kapital-Verwässerungen) bedarf.
2. Rezession ist möglich, wird aber dank der politischen Einflüsse und Notenbanken nicht von Dauer sein. Zudem sind Rezessionen nicht die schlechtesten Zeiten für die Aktienanlage. (Höchstens zu Beginn, wenn damit noch nienmand rechnet).
3. Dieses Risikon ist partiell eingepreist, m.E. aber noch nicht ausreichend bei europäischen, z.T auch amerikanischen Zyklikern, aber bei Finanzindustrie, Immobilien, amerikanischen Konsumwerten.
4. Die europäische Notenbank wird zwar spät (aber ganz sicher) dem amerikanischen Weg der Zinssenkung folgen, spätestens bei weiterer Dollarabwertung und beginnendem Einbruch des Auftragseinganges bei konjunktursensiblen Industrien.
5. Von diesen Maßnahmen geht ein gravierendes Risiko erheblicher Inflation aus, wird aber in Kauf genommen.
Für mich ergiebt sich aus diesen Überlegungen meine aktuelle Strategie:
1. Max. Investmentanteile Finanzwerte (bei mir ca. 25 %), vorzugsweise in Europa, die stark reagiert haben, zwar Abschreibungen, aber keine Verlsute ausweisen und bei denen ich hoffe, daß es zu keinen großen Kapitalmaßnahmen kommen wird (bei mir am konservativsten Swiss Re, dann Hypo-Real Estate, Deutsche Bank und schließlich (am spekulativsten) Royal Bank of Scotland)
2. Konservative, wenig konjunktursensible Werte (Versorger, Pharma), bei mir GBL (hoher Anteil an Suez, Total, Iberdrola, Imery), Pfizer
3. Energierohstoff-Aktien (wg. Inflation und säkularem Trend sinkenden Ölangebotes): Shell, Petrobras, wiederum GBL, Sasol
4. Sondersituationen (unternehmensspezifisch) mit Blick aber auch auf obige Grundüberlegungen (z. Zt, nur Wachstumsaktien: Nokia (günstige Bewertung bei auch zukünftig exzellenten Aussichten), Gerry Weber (europ. Konsum, gute Daten, langfristiges Wachstum), IBM (Wechselkurs, Wachstum).
Bei allen Anlagen achte ich zumeist gegenwärtig auf zufriedenstellende Eigenkapitalbasis (bei Banken derzeit kaum möglich bei selbst normalerweise geringen Quoten), bevorzuge zudem Werte, die gefallene Kurse noch zu Aktienrückkäufen nutzen können.
Vermeidung von europäischen Dollarsensitiven Werten, Rohstoffaktien (außer Energie), hochbewerteten EM wie China und Indien, die von einer Rezession aufgrund ihrer Bewertung dramatisch in Mitleidenschaft geraten könnten.
In Bälde: Investment in amerikanische Konsumaktien (erst wenn aktuelle Konjunkturprogramm-Euphorie wieder verpufft ist), europäische Immobilienwerte, möglichst vor der nächsten Zinssenkung in Europa, bei Anzeichen, daß es doch nicht mehr zur Rezession kommt, oder diese ihrem Ende entgegen geht - Rückkehr in europäische Zykliker und Rohstoffwerte. Dieser Post wurde am 27.01.2008 um 19:36 Uhr von george editiert. |